Google verlangt im Merchant Center, dass mit generativer KI erstellte Produktbilder Metadaten tragen, die sie als KI-generiert ausweisen, etwa den IPTC-Wert DigitalSourceType, und dass eingebettete Metadaten-Tags wie DigitalSourceType nicht entfernt werden (Hilfeseiten abgerufen am 30.09.2026). An den Kopien, die Shopify ausliefert, trugen in der Messung vom 30.09.2026 nur 6 von 38 markierten Bildern ihren Marker noch; welche Bildadresse der Google & YouTube-Kanal an Google übermittelt, ist nicht gemessen. Deine Pflicht zur sichtbaren Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 4 KI-VO besteht unabhängig davon.
Wer Produkte über Google Shopping zeigt, schickt seine Produktbilder auf zwei Wegen hinaus: in den eigenen Shop und über den Produktfeed an das Google Merchant Center. Für KI-Bilder stellt Google an den zweiten Weg eine eigene Anforderung, und die betrifft nicht das sichtbare Bild, sondern die Datei: Sie soll eine maschinenlesbare Herkunftsangabe tragen. Dieser Ratgeber zeigt, was Google im Wortlaut verlangt, wie Bilder aus Shopify zu Google gelangen, was der Prüfstand von Easy AI Act Image Labels an den Kopien gemessen hat, die Shopify ausliefert, und was Du tun kannst. Alle Angaben haben den Stand 30.09.2026.
Was verlangt Google von KI-Bildern im Merchant Center?
Googles Hilfeseite zum Feed-Attribut „Bildlink“ [image_link] enthält einen eigenen Abschnitt „KI-generierte Bilder“. Dort steht (abgerufen am 30.09.2026):
„Alle mit generativer KI erstellten Bilder müssen Metadaten enthalten, die darauf hinweisen, dass das Bild KI-generiert wurde (z. B. das IPTC-Metadaten-Tag DigitalSourceTypeTrainedAlgorithmicMedia). Entfernen Sie keine eingebetteten Metadaten-Tags wie die IPTC-Property DigitalSourceType aus Bildern, die mit generativen KI-Tools […] erstellt wurden.“
Zwei weitere Hilfeseiten desselben Abrufs ergänzen das:
- Die Seite „KI-generierte Inhalte“ wiederholt die Anforderung und nennt die Feed-Attribute, für die sie gilt: Bildlink [image_link], Zusätzlicher Bildlink [additional_image_link] und Lifestyle-Bildlink [lifestyle_image_link]. Für KI-Titel und KI-Beschreibungen sieht sie eigene Attribute vor (structured_title, structured_description); um Texte geht es in diesem Ratgeber nicht.
- Die Seite „Metadaten-Tags für KI-generierte Bilder im Merchant Center beibehalten“ trägt das Datum Februar 2024. Sie verlangt, die Metadaten-Tags zur KI-Herkunft in der ursprünglichen Bilddatei beizubehalten, und nennt dieselben drei Attribute.
Die Anforderung ist also eine Regel von Google selbst und älter als die Transparenzpflichten der KI-Verordnung, die seit dem 02.08.2026 gelten. Welche Werte gemeint sind, listet Google mit eigener Erklärung auf:
| IPTC-Wert laut Google | Erklärung auf Googles Hilfeseite (30.09.2026) |
|---|---|
| TrainedAlgorithmicMedia | „Das Bild wurde mit einem Modell erstellt, das aus Beispielinhalten abgeleitet wurde.“ |
| CompositeSynthetic | „Das Bild ist ein zusammengesetztes Objekt, das synthetische Elemente enthält.“ |
| AlgorithmicMedia | „Das Bild wurde ausschließlich durch einen Algorithmus erstellt, der nicht auf Beispieltrainingsdaten basiert“ |
Den Wert compositeWithTrainedAlgorithmicMedia, bei der IPTC „Edited using Generative AI“, führt diese Liste nicht auf. Ihn schreiben Werkzeuge, die ein vorhandenes Foto mit KI verändern, im Prüfstand etwa Canva beim eigenen Foto mit KI-Hintergrund (Messung vom 01.09.2026). Die Vorgabe, nichts zu entfernen, nennt allgemein eingebettete Metadaten-Tags wie die DigitalSourceType-Property.
Wie Google im Einzelfall mit einem Feed-Bild umgeht, dem diese Metadaten fehlen, beschreibt dieser Ratgeber nicht; maßgeblich dafür ist Googles Hilfe selbst.
Wie gelangen Bilder aus Shopify zu Google?
Der übliche Weg ist der Google & YouTube-Kanal in Shopify, bei Google „Google & YouTube App auf Shopify“ genannt. Die Shopify-Hilfe hält fest: „Der Google & YouTube-Vertriebskanal wird von Google verwaltet.“ Der Kanal synchronisiert die Produkte, die im Onlineshop verfügbar sind, mit dem Merchant Center; laut Googles Hilfe werden dabei die bestehenden Produktdaten aus Shopify importiert (beide abgerufen am 30.09.2026).
Ein Feed enthält keine Bilddateien, sondern Adressen. Im Attribut image_link steht eine URL, und Google ruft das Bild über diese Adresse ab: Die Hilfeseite zum Bildlink verlangt, dass der Link auf ein Bild in einem unterstützten Format verweist und dass Googlebot und Googlebot für Bilder darauf zugreifen können. Für Bilder, die von Drittanbieterplattformen synchronisiert werden, rät Google zu prüfen, ob die richtigen Bild-URLs und -Formate generiert werden.
Welche Adresse der Kanal für ein Bild in den Feed schreibt, hat der Prüfstand nicht gemessen. Belegt ist, wo Shopify Produktbilder bereithält:
- Öffentlich über die CDN. Shopify liefert Produktbilder unter cdn.shopify.com und unter /cdn/shop/files im Shop selbst aus, je nach Anfrage in voller Größe, verkleinert oder umgewandelt in WebP und AVIF (Messung vom 30.09.2026).
- Das gespeicherte Original über die Admin-API. Shopify hält die hochgeladene Datei unverändert vor und gibt sie über die Admin-API als originalSource frei. Am 01.09.2026 waren dort 47 von 47 hochgeladenen Testbildern in der Dateigröße byte-gleich zur lokalen Datei, alle 34 Marker erhalten.
Was kommt an der ausgelieferten Kopie an?
Am 30.09.2026 hat der Prüfstand in einem Shopify-Entwicklungsshop 38 Produktbilder, deren Original einen Marker trägt, mit den Kopien verglichen, die Shopify ausliefert:
| Auslieferung (Messung vom 30.09.2026) | geliefertes Format | Marker an der Kopie |
|---|---|---|
| Datei ohne Größenangabe, auch in der Form, wie sie in /products.json steht | wie das Original | 6 von 38 |
| mit Breite 2048 Pixel | wie das Original | 6 von 38 |
| mit Breite 100 bis 1200 Pixel | wie das Original | 5 von 38 |
| als WebP angefordert, wie ein Browser anfragt | WebP | 5 von 38 |
| srcset der Produktseite, 562 Adressen | WebP und AVIF | 5 von 38 Bildern |
Das Muster in dieser Reihe:
- Überlebt hat die IPTC-Angabe im XMP-Block. Die fünf Bilder der Google-Modellfamilie Nano Banana (einschließlich Cinematic), deren Original den DigitalSourceType zusätzlich als IPTC-Feld im XMP-Block trägt, behielten den Marker in jeder Variante, auch als WebP und in 100 Pixel Breite. Das Canva-Bild aus einem Prompt behielt ihn nur, solange Shopify die Datei unverändert auslieferte.
- Ein Marker allein im C2PA-Manifest überstand keine neu kodierte Kopie. Das betraf 31 der 38 Bilder, darunter ChatGPT, den Download aus Google Gemini, Flux, Seedream, Recraft und Ideogram: 0 von 31.
Für die Feed-Frage heißt das: Die Angabe, die Google als Beispiel nennt, der IPTC-Wert DigitalSourceType, ist genau die, die in dieser Reihe eine Neukodierung überstand, sofern das Original sie im XMP-Block trug. In dieser Reihe stand der Marker aber bei 31 von 38 Bildern nur im C2PA-Manifest.
Im Feld sieht das Bild anders aus. Im Shopify AI Image Index (Ausgabe 1, gemessen am 01. und 02.10.2026 an 2.992 Shopify-Shops mit EU- oder Schweizer Länderendung) war bei 8,0 % der Shops an mindestens einer von bis zu 30 ausgelieferten Bildkopien ein Herkunfts-Marker lesbar; über alle 87.705 gelesenen Kopien waren es 0,7 %. Wo ein Nachweis ankam, stammte er in einem Probelauf am 30.09.2026 jedes Mal aus einem C2PA-Manifest (17 von 17), nie allein aus dem XMP-Block: Liefert Shopify eine Datei unverändert aus, bleibt das Manifest erhalten. Ein fehlender Marker sagt nichts darüber, ob ein Bild mit KI erstellt wurde.
Beide Messungen passen zusammen: Ob ein Marker an der Kopie ankommt, hängt daran, ob Shopify die Datei neu kodiert oder unverändert ausliefert. Wann das eine oder das andere geschieht, lässt sich aus den Messungen nicht ablesen. Und weil nicht gemessen ist, welche Adresse und welches Format Googles Abruf erhält, bleibt offen, welche dieser Varianten im Merchant Center ankommt.
Für Dich folgt daraus: Findet ein Prüfwerkzeug an einer ausgelieferten Kopie keinen Marker, ist das Bild an dieser Kopie nicht prüfbar; über seine Herkunft sagt das nichts. Aussagekräftig ist das Original. Wie sich Nachweis und Hinweis unterscheiden, zeigt der Ratgeber KI-Bild erkennen: Nachweis oder Hinweis?
Was kannst Du tun?
- Das Original mit Marker behalten. Lade KI-Bilder über den offiziellen Download-Knopf des Werkzeugs im nativen Format herunter, ohne Formatumwandlung, ohne Screenshot und ohne Kompressor dazwischen, und bewahre diese Datei auf. Jede Neukodierung erzeugt eine neue Datei: Am 01.09.2026 trug Recraft V4-1 als natives PNG ein Manifest, als JPEG-Download aus der Weboberfläche keinen Marker mehr. Die Exportregeln im Einzelnen stehen im Ratgeber Content Credentials und C2PA.
- Das Original im KI-Bild-Prüfer lesen. Der KI-Bild-Prüfer zeigt, ob die Datei einen Nachweis trägt und wo er steht: im C2PA-Manifest, im IPTC-Feld DigitalSourceType oder in beiden. Die Datei verlässt dabei das Gerät nicht. In der Reihe vom 30.09.2026 überstand nur der IPTC-Wert im XMP-Block eine neu kodierte Kopie; ein Marker allein im C2PA-Manifest blieb nur an unverändert ausgelieferten Dateien erhalten.
- Eine Feed-Kopie gezielt prüfen, wenn Du es genau wissen willst. Kennst Du die Bildadresse, die für ein Produkt im Merchant Center steht (Attribut image_link), lade die Datei über diese Adresse herunter und lege sie ebenfalls in den Prüfer. Findet er einen Nachweis, trägt diese Kopie den Marker; findet er keinen, sagt das nichts über die Herkunft. Dein Browser erhält dabei womöglich eine andere Fassung als Googles Abruf, denn die CDN wählt das Format auch nach der Anfrage (30.09.2026: als WebP angefordert 5 statt 6 von 38).
- Die sichtbare Kennzeichnung getrennt davon entscheiden. Der Marker in der Datei und die sichtbare Kennzeichnung sind zwei verschiedene Dinge mit verschiedenen Adressaten. Den maschinenlesbaren Marker schuldet nach Art. 50 Abs. 2 KI-VO (Verordnung (EU) 2024/1689) der Anbieter des KI-Systems; Anbieter, deren Systeme vor dem 02.08.2026 auf dem Markt waren, haben dafür bis zum 02.12.2026 Zeit (Art. 111 Abs. 4 in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744). Dich trifft als Betreiber nach Art. 3 Nr. 4 die sichtbare Offenlegung nach Art. 50 Abs. 4, wenn ein Bild ein Deepfake im Sinne der Verordnung ist. Nach Rn. 117 der Kommissions-Leitlinien vom 20.07.2026 können Betreiber sich dabei nicht auf den eingebetteten Marker berufen.
Googles Metadaten-Anforderung ist eine Plattformregel, keine Kennzeichnung im Sinne der KI-VO. Ein Marker im Feed-Bild ersetzt also kein sichtbares Label, und ein Label, das Dein Shop am Bild einblendet, schreibt keinen Marker in die Datei. Die Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO fasst ein eigener Ratgeber zusammen. Welche Bilder ein Label brauchen, erklärt der Ratgeber Muss ich KI-Bilder im Onlineshop kennzeichnen?
Was ist nicht gemessen?
- Welche Bildadresse und welches Format der Google & YouTube-Kanal an Google übermittelt.
- Ob Googles Abruf eine neu kodierte oder eine unverändert ausgelieferte Kopie erhält.
- Unter welchen Bedingungen Shopify eine Datei unverändert ausliefert.
- Wie Google mit Feed-Bildern ohne Marker umgeht: Dazu trifft dieser Ratgeber keine Aussage.
Stand aller Angaben: Google- und Shopify-Hilfeseiten abgerufen am 30.09.2026, Messungen des Prüfstands vom 01.09.2026 und 30.09.2026.
Häufige Fragen
Was verlangt Google von KI-Bildern im Merchant Center?
Nach Googles Hilfeseite zum Bildlink (abgerufen am 30.09.2026) müssen alle mit generativer KI erstellten Bilder Metadaten enthalten, die sie als KI-generiert ausweisen, zum Beispiel den IPTC-Wert DigitalSourceType TrainedAlgorithmicMedia; eingebettete Metadaten-Tags wie DigitalSourceType sollen nicht entfernt werden. Das gilt für Bildlink, zusätzlichen Bildlink und Lifestyle-Bildlink. Als Datum der Anforderung nennt Google den Februar 2024.
Kommt der Marker aus meiner Originaldatei bei Google an?
Das ist nicht gemessen, weil offen ist, welche Bildadresse der Google & YouTube-Kanal übermittelt. An den Kopien, die Shopify ausliefert, trugen am 30.09.2026 nur 6 von 38 markierten Bildern den Marker noch, vor allem Bilder mit IPTC-Feld im XMP-Block. Liefert Shopify eine Datei unverändert aus, bleibt auch das C2PA-Manifest erhalten. Im Shopify AI Image Index (Ausgabe 1, Oktober 2026) war an 0,7 % der gelesenen Kopien ein Marker lesbar; die Nachweise im Probelauf vom 30.09.2026 stammten alle aus einem C2PA-Manifest.
Welche Werkzeuge schreiben den IPTC-Wert zusätzlich zum C2PA-Manifest?
Im Prüfstand von Easy AI Act Image Labels trugen am 01.09.2026 die Google-Modelle der Nano-Banana-Familie (auch Cinematic) und Shopify Tinker den IPTC-Wert DigitalSourceType zusätzlich zum C2PA-Manifest. Bei ChatGPT, beim Download aus Google Gemini und bei den übrigen Magnific-Modellen mit Marker stand er nur im C2PA-Manifest. Adobe Firefly schreibt nur einen Verweis auf ein Online-Manifest.
Reicht der Marker in der Datei als Kennzeichnung nach der KI-Verordnung?
Nein. Die maschinenlesbare Markierung schuldet der Anbieter des KI-Systems nach Art. 50 Abs. 2 KI-VO; Dich als Betreiber trifft die sichtbare Offenlegung nach Art. 50 Abs. 4. Nach Rn. 117 der Kommissions-Leitlinien vom 20.07.2026 können Betreiber sich nicht auf den eingebetteten Marker berufen. Googles Metadaten-Anforderung ist davon getrennt eine Plattformregel.
Mein Prüfwerkzeug findet am Bild aus dem Shop keinen Marker. Ist es dann kein KI-Bild?
Das lässt sich daraus nicht ableiten. Die ausgelieferte Kopie ist meist neu kodiert und verliert dabei den Marker; am 30.09.2026 traf das 32 von 38 markierten Bildern. Ein fehlender Marker ist keine Aussage. Aussagekräftig ist das Original, das Du im KI-Bild-Prüfer lesen kannst, ohne dass die Datei Dein Gerät verlässt.
Quellen
- Google Merchant Center-Hilfe, Bildlink [image_link], Abschnitt „KI-generierte Bilder“ (answer/6324350). support.google.com (Abruf 30. September 2026)
- Google Merchant Center-Hilfe, KI-generierte Inhalte (answer/14743464). support.google.com (Abruf 30. September 2026)
- Google Merchant Center-Hilfe, Metadaten-Tags für KI-generierte Bilder im Merchant Center beibehalten (Februar 2024, answer/14572008). support.google.com (Abruf 30. September 2026)
- Google Merchant Center-Hilfe, Aktualisierung der Merchant Center-Produktdatenspezifikation 2024 (9. April 2024, answer/14784710). support.google.com (Abruf 30. September 2026)
- Google Merchant Center-Hilfe, Produkte werden synchronisiert (Google & YouTube App auf Shopify, answer/13693394). support.google.com (Abruf 30. September 2026)
- Shopify Help Center, Produkte synchronisieren (Google & YouTube-Kanal). help.shopify.com (Abruf 30. September 2026)
- IPTC NewsCodes, Digital Source Type (trainedAlgorithmicMedia, compositeSynthetic, compositeWithTrainedAlgorithmicMedia). cv.iptc.org (Abruf 30. September 2026)
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3, Art. 50. eur-lex.europa.eu (Abruf 30. September 2026)
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus zur KI), Art. 1 Nr. 39 lit. b (neuer Art. 111 Abs. 4). eur-lex.europa.eu (Abruf 30. September 2026)
- Europäische Kommission, Guidelines on the implementation of the transparency obligations under Article 50 (C(2026) 5054 final, 20.07.2026), Rn. 117. ec.europa.eu (Abruf 31. August 2026)